Eine Zwischenbilanz 

Liebe(r) Interessierte(r),

heute gebe ich, Hanna, euch eine kleine Zwischenbilanz. Eva ist inzwischen nicht mehr in Ruanda und dies ist auch einer der Gründe, warum unsere vergangene Woche sehr voll war - wollten wir doch so manches noch zu einem guten Abschluss bringen vorher. So war sie zum Beispiel hauptverantwortlich für den neuen Englisch-Kurs und hat üblicherweise auch die Workshops zu den Menstruationstassen anmoderiert. Noch am letzten Tag vor ihrer Abreise hielt sie also den 3stündigen Unterricht, korrigierte anschließend die schriftlichen Tests und zeigt weiteren 50 Frauen die Vorzüge des kleinen Silikon-Utensils auf, während sie zwischendurch ihre Habseligkeiten in den Rucksack verstaute.

Von den 204 Tassen sind nun noch 84 in der Größe S vorhanden. Die Größe M wurde bereits komplett verteilt. (Wir hatten mehr der Größe S bestellt.)


Auch für Katja und mich tickt der Countdown mittlerweile bedrohlich laut, sodass auch die kommende Woche noch viele Events bereit halten wird, von denen wir einfach hoffen, dass alles zeitlich und organisatorisch gut passen wird. 

Berg-Auszeit 


Was für mich inzwischen zur täglichen Routine geworden ist: meine Berg-Auszeit.


Da ich durch die Sonne ohnehin meist gegen 6 wach bin, habe ich noch reichlich zwei Stunden bis zum Frühstück. Diese Zeit nutze ich seit einer emotional fordernden Episode letzte Woche nun täglich, um einen Berg zu bewandern.


Ich mag die frühen Stunden. Da ist es noch angenehm kühl, richtig ruhig und auch die Sonne bietet oft ein herrliches Spektakel dar. Durch unsere Lage im Tal, beginnt der Aufstieg auch quasi direkt vor der Haustür.


So habe ich also, wenn die andern erwachen, bereits meine ersten Höhenmeter hinter mir und oft auch ein kleines Büchlein wieder mit Zeilen oder kleinen Bildern gefüllt. Oft sitze ich auch einfach nur oben und beobachte, was es um mich herum so alles zu entdecken gibt oder starre einfach vor mich hin.


Diese Zeit auf dem Berg sichert mein emotionales Wohlergehen (bis Überleben) in der Komplexität der Anforderungen und vor allem Vielfalt der zwischenmenschlichen Begegnungen über den Tag. Ich bin sehr dankbar, dieses Ventil für mich gefunden zu haben.


Die Vogelperspektive, der Abstand zum Geschehen und die Stille tun mir gut.


Und mit dieser Idee bin ich ja nicht die erste.


Mose und Jesus zum Beispiel - zwei relevante Führungskräfte aus der Bibel - nutzten den Berg ja ebenfalls für ihre Me-Time und spirituelles Auftanken.

Ausblick 


Katja berichtet im kommenden Newsletter sicherlich auch über den "Bag-making"-Kurs, der inzwischen seit einigen Tagen läuft. Dann gibt es hoffentlich auch wieder noch ausführlichere Schilderungen des Geschehens allgemein.

Neben den reichlich gefüllten Tagen, stellen unsere eher weniger reichlich gefüllten Akkustände übrigens eine weitere Herausforderung dar. Die zwei Solar-Panels werden nun von allen Menschen, die mit uns hier leben, genutzt, weil es eben nicht sonderlich viele Stromquellen sonst gibt. Nehmt es also bitte nicht übel, wenn Antworten ihre Zeit brauchen. Neulich schrieb ich einem Freund:

"Und permanent am Limit mit dem Strom. (Bin gerade sehr dankbar über meine 11% auf dem Handy 😅 - heute waren viele Wolken, entsprechend weniger Sonne und so teilen wir alles gut ein.)"

 

Auch dieser Newsletter entsteht gerade auf meinem Handy, weil der Laptop nicht zu laden geht und das Tablet ja mit Eva abgereist ist... Ich kann also nur hoffen, dass die Formatierung halbwegs passt. 

Ziegen


Besonders freuen wir uns natürlich auf die Übergabe der Ziegen, von denen die erste Ladung bereits bestellt wurde. Immer wieder treffen Nachrichten bei mir (und den anderen) ein, wo Menschen ihre "Ziegenbestellung" kommunizieren. Das ist schon wirklich besonders, euch alle da so hinter uns zu wissen!!! 


Ziegenspenden nehmen wir noch bis zum 27. August entgegen. Gern dürft ihr also die Informationen teilen, die Katja extra für diesen Zweck ansprechend aufbereitet hat. Ihr findet sie unten in der Mail und dürft uns natürlich gern auch danach fragen, dann können wir sie per Handy im passenden Format schicken.


Zoe war auch sehr begeistert, als ich ihr die erste Zahl kommuniziert habe. So viele hätten sie noch nie auf einmal verteilt. Doch das war die Maximalanzahl, die in ein Fahrzeug passt. Ja, leider werden wir doch nicht - wie von uns angenommen - mit ihnen durch's Dorf laufen. Doch dafür war Zoe so aufgeregt, dass sie sofort John anrief und auch sonst jedem mit leuchtenden Augen davon erzählen wollte. 


Besonders freut es uns, dass die 'Amazi-Frau' (Wasserfrau) ebenfalls auf der Liste steht. Die Frau, welche täglich mit einem voll beladenen Fahrrad voller 20l-Kanister-Wasser (mindestens 4 Stück auf einmal) die Foundation (oft mehrfach) beliefert. Sie ist uns inzwischen so ans Herz gewachsen und es wird uns eine besondere Freude sein, ihr die Ziege zu überreichen. Zoe meinte gleich "Auch wenn ihr nur zwei Ziegen gekauft hättet, sie hätte eine bekommen." Auch eine Menstruationstasse ist bereits in ihrem Besitz und ganz neugierig schaute sie beim beginnenden Aufbau der Nähmaschinen zu und schraubte selbst auch etwas mit. Sie lachte, als sie mir pantomimisch zeigt, wie sie an der Nähmaschine sitzt und arbeitet. Ich lachte auch und musste gleichzeitig weinen. Ja, möge ihr Traum bald Wirklichkeit werden! Für sie und noch so manch andere!

So verabschieden wir uns nun wieder von euch

Fühlt euch gegrüßt und wenn ihr wollt geküsst von euren staubigen Reisemäusen.

 

Muraveho, Katja, Eva und Hanna!

 

PS: Wer noch nicht seit Anfang an dabei ist oder einfach noch einmal stöpern will, findet die alten Newsletter übrigens hier:

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