Berg-Auszeit
Was für mich inzwischen zur täglichen Routine geworden ist: meine Berg-Auszeit.
Da ich durch die Sonne ohnehin meist gegen 6 wach bin, habe ich noch reichlich zwei Stunden bis zum Frühstück. Diese Zeit nutze ich seit einer emotional fordernden Episode letzte Woche nun täglich, um einen Berg zu bewandern.
Ich mag die frühen Stunden. Da ist es noch angenehm kühl, richtig ruhig und auch die Sonne bietet oft ein herrliches Spektakel dar. Durch unsere Lage im Tal, beginnt der Aufstieg auch quasi direkt vor der Haustür.
So habe ich also, wenn die andern erwachen, bereits meine ersten Höhenmeter hinter mir und oft auch ein kleines Büchlein wieder mit Zeilen oder kleinen Bildern gefüllt. Oft sitze ich auch einfach nur oben und beobachte, was es um mich herum so alles zu entdecken gibt oder starre einfach vor mich hin.
Diese Zeit auf dem Berg sichert mein emotionales Wohlergehen (bis Überleben) in der Komplexität der Anforderungen und vor allem Vielfalt der zwischenmenschlichen Begegnungen über den Tag. Ich bin sehr dankbar, dieses Ventil für mich gefunden zu haben.
Die Vogelperspektive, der Abstand zum Geschehen und die Stille tun mir gut.
Und mit dieser Idee bin ich ja nicht die erste.
Mose und Jesus zum Beispiel - zwei relevante Führungskräfte aus der Bibel - nutzten den Berg ja ebenfalls für ihre Me-Time und spirituelles Auftanken.