Bei
der anschließenden Überlegung, ob ihre Englisch-Kenntnisse ausreichen
würden, meinten John und die anwesende Zoe, dass es schon mal gut sei,
dass sie die Fragen verstanden hatten. Bei dem ersten großen
Auswahlverfahren hätte es hier schon bei vielen gehapert. Wir begriffen
also, dass das Vertrauen in ihren nun folgenden persönlichen Prozess
groß ist und überredeten John ihnen gleich live zuzusagen anstatt später
per Telefon. Nach einigem „Und, was denkst du, wie war es?“ „Ich
glaube, es könnte gut gewesen sein.“ „Du glaubst oder du weißt?!“ von
Zoe war es wunderschön, die große Freude der beiden Männer über ihre
Zusage zu sehen. Einen der beiden sahen wir noch auf der anderen
Straßenseite, wie er überglücklich am Telefon die frohe Botschaft zu
verkünden schien. Für mich war dies nicht nur besonders, da ich bisher
ja nur die andere Seite kannte, in der man sich vor Aufregung fast
einscheißt und dann schließlich eine Zusage einen so positiv aus der
Fassung bringt. Vor allem zu sehen, dass dieses Programm, für dass sie
ja täglich teils weite Wege zu Fuß auf sich nehmen, keinerlei Bezahlung
erhalten und gleichzeitig in der Zeit ja nichts anderes arbeiten können
so eine Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu bedeuten scheint, war
wundervoll. Am Dienstag durften wir ein zweites Mal die Tourguide-Lesson
gestalten und als einer der zwei Neuen sich vorstellen sollte, stand er
einfach nur lächelnd-aufgeregt da und betonte, wie sehr er Gott dankte,
dass es hart gewesen sei, aber nun alles gut werden würde.
Nach
dem ersten Aufklärungsworkshop für die jungen Frauen und der
feierlichen Übergabe der ersten Menstruationstassen, war ein weiterer
Meilenstein für unser Projekt das Eintreffen der ca. 30 ersten Töpfen,
die zum Auskochen der Menstruationstassen dienen. Dazu möchten wir euch
herzlich das Schauen unseres kurzen Videos nahelegen, vielleicht
versteht man da die Geschehnisse der letzten Tage am besten. Dieses
findet ihr entweder auf Instagram („Die lange Reise der Töpfe für die
Periodentassen“) oder im Projekt-Reiter unserer Website
(https://lebendig.me/ruanda/projekt.html) :D
Zwar
wäre es aus hygienischer Sicht kein Problem das vorhandene
Küchen-Equipment zu nutzen, doch die lokalen Leiter der Organisation
merkten gleich zu Beginn an, dass dies Schwierigkeiten bringen könnte.
So versuchten wir erst eine Lösung mit Konservendosen zu finden,
entschieden uns dann aber aufgrund der lokalen Kochsituation auf offenem
Feuer doch für richtige Töpfe, für die es sogar noch eine großzügige
Zusatzspende gab. Vielen Dank! Die Beschaffung der Pots, wie wir sie
hier liebevoll nennen, umfasste über einige Tage gestreckt Besuche auf
verschiedenen Märkten. Erst sollte der handelsübliche, faire Preis
ermittelt werden, wofür wir stets einen Mindestabstand von 10m zu John
einhielten. Hier kauften wir jedoch gar nichts, weil am Wochenende ein
Freund mit dem Auto kommen sollte. Da wäre es doch viel leichter, die
Pots zu transportieren. Als besagter Freund, ein inspirierender Mann aus
Ungarn, dann tatsächlich mit dem Auto kam, suchten wir einen anderen
Markt auf, da ja ein ganz anderer Wochentag war. Dort ergab sich
tatsächlich nur eine Ausbeute von 3 Töpfen in der gewünschten Qualität –
inklusive der umliegenden Läden, von denen einer sogar extra noch
einmal öffnete für uns. Nun ja. So fuhr John schließlich am Montagmorgen
noch einmal nach Kabarondo los, wo er diverse Läden (so ca. 7 bis 8)
leer kaufte, weil natürlich keiner so viel auf Lager hatte. Die Ausbeute
kam per Motor-Taxi dann tatsächlich an, während wir gerade wieder über
die Tassen aufklärten und spontan den weiblichen Teil der Gruppe der
Tourguides mit eingeladen hatten.
Wir
sind gespannt, wie nun die anderen Töpfe noch ihren Weg zu uns finden.
Doch vorerst organisieren wir die Bestellung der Solar-Lampen, welche
wir nun über bright-products bestellen wollen. Das Dorf, in dem wir
leben, hat ja keinen Stromanschluss, sodass viele Leute 18:00 aufgrund
der Dunkelheit ins Bett gehen. Außerdem könnten die
Bilder-Englisch-Wörterbücher dann auch noch nach Einbruch der Dunkelheit
studiert werden,– insbesondere auch dann, wenn wir schon nicht mehr in
der Nähe sein werden.